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Projekt

SASSCAL 2.0: TIPPECC

Informationen zum Klimawandel für die Anpassung an regionale Kipppunkte im südlichen Afrika

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Das südliche Afrika wurde im Sonderbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change Special Report on Global Warming of 1.5°C (IPCC SR1.5) als ein Hotspot des Klimawandels identifiziert. Die Region erwärmt sich derzeit etwa doppelt so schnell wie die globale Erwärmungsrate und wird sich den Projektionen zufolge im 21. Jahrhundert weiter deutlich erwärmen, wenn man von einem hohen Emissionsszenario ausgeht.

Da ein Großteil der Region semiarid ist und ein heißes und trockenes Klima herrscht, schränkt die projizierte weitere Erwärmung und Austrocknung die Anpassungsmöglichkeiten ein. In Verbindung mit der allgemein geringen sozioökonomischen Anpassungsfähigkeit einer Entwicklungsregion macht dies das südliche Afrika anfällig für die künftigen Auswirkungen des Klimawandels. Ein besonderes Risiko für die Region besteht darin, dass der Klimawandel und seine Auswirkungen abrupt, unumkehrbar und ohne Vorwarnung eintreten könnten, anstatt allmählich und schrittweise über die kommenden Jahrzehnte. Solche Veränderungen werden als "Kipp-Punkte" bezeichnet. Sie können in klimatologischen, hydrologischen, landwirtschaftlichen und ökologischen Systemen einzeln oder zusammen auftreten, mit tiefgreifenden Folgen für die Fähigkeit dieser Systeme, das menschliche Wohlergehen und die biologische Vielfalt zu erhalten.

Das vom BMBF geförderte Projekt SASSCAL 2.0: TIPPECC identifiziert kritische Kipp-Punkte im Klima- und Landnutzungssystem des südlichen Afrikas in den Bereichen Ernährungssicherheit, Wassersicherheit und Erhaltung der biologischen Vielfalt durch einen Prozess der Co-Produktion, Co-Entwicklung und zielgerichteter Forschung. Insbesondere werden der Zeitpunkt und der Ort des potenziellen Überschreitens von Kipppunktschwellen im südlichen Afrika unter dem Klimawandel anhand detaillierter, moderner regionaler Klimaprojektionen und der Kenntnis der Systemdynamik und -toleranzen bewertet. Des Weiteren werden Anpassungsoptionen in einem Co-Produktionsprozess mit Interessenvertretern formuliert, um die Widerstandsfähigkeit der Nahrungsmittel-, Wasser- und Biodiversitätserhaltungssysteme im südlichen Afrika gegenüber durch den Klimawandel verursachten Kipppunkten zu erhöhen. Darüber hinaus wird ein Webportal für Klima-Service-Dienste entwickelt, welches Informationen über die Klimaänderungen, sowie Projektionen über dessen Auswirkungen und Anpassungsmöglichkeiten für eine Vielzahl von Interessengruppen in einem zugänglichen und verständlichen Format bereitstellt.

GERICS trägt zu SASSCAL 2.0: TIPPECC bei, indem es eine Klimaprojektion mit einem regional gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Modell erstellt, sowie den regionalen Klimawandel und ausgewählte Klimaindizes im südlichen Afrika analysiert. Des Weiteren wird GERICS die Mitgestaltung des Climate Service Gateway unterstützen, um die Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten, und gemeinsame Climate Service Gateway-Schulungsworkshops für Endnutzer zusammen mit den Projektpartnern planen und durchführen.

Das Projekt wird vom Global Change Institute (GCI) an der University of the Witwatersrand in Südafrika koordiniert. Weitere Kooperationspartner sind neben dem Climate Service Center Germany (GERICS), die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die University of Zambia, die University of Botswana und das Gobabeb Namib Research Institute.

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SASSCAL 2.0: TIPPECC leistet einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Afrika-Strategie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und wird über die Fördermaßnahme "SASSCAL II - Southern African Science Service Centre for Climate Change and Adaptive Land Management" finanziert. Die Fördermaßnahme SASSCAL II ist eine Initiative des BMBF als Teil des Rahmenprogramms "Forschung für nachhaltige Entwicklung" (FONA).

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TIPPECC Kick-off Meeting, Gobabeb/Namibia und SASSCAL 2.0 Launch, Windhoek, Namibia

SASSCAL-TIPPECC Kick-off Meeting, Namibia (March 2023)

SASSCAL-TIPPECC Kick-off Meeting

Das Kick-off Meeting des BMBF-geförderten SASSCAL 2.0: TIPPECC-Projekts fand vom 19. bis 21. März 2023 im Gobabeb Namib Research Institute, Namib-Wüste, Namibia statt. Elf Mitglieder aus Südafrika, Namibia, Botswana, Sambia, Deutschland und Australien nahmen daran teil. Dr. Armelle Remedio stellte die geplante Analyse und hochauflösende regional gekoppelte Atmosphäre-Ozean-Simulationen vor. Dr. Torsten Weber zeigte mögliche Synergien zwischen dem LANDSURF Projekt des WASCAL WRAP2.0 Programms und dem TIPPECC Projekt des SASSCAL 2.0 Programms auf. Im Einzelnen wurden das "User's interaction protocol" und die priorisierten Klimaindikatoren aus dem LANDSURF-Projekt identifiziert, die für TIPPECC von hoher Relevanz sind. In den fünf Arbeitspaketen wurden gründliche Diskussionen geführt und eine vorläufige Definition für die regionalen Kipp-Punkte erarbeitet. Es wurden sechs Fallstudien in den Bereichen Ernährung, Wasser und Lebensunterhalt sowie in den Regionen definiert, um das Auftreten regionaler Kipppunkte zu untersuchen.

Nach dem TIPPECC Kick-off Meeting nahmen Dr. Weber und Dr. Remedio an der SASSCAL 2.0 Launch am 22. und 23. März 2023 in Windhoek, Namibia teil. Das Hauptziel der Veranstaltung war es, das SASSCAL 2.0-Forschungsportfolio offiziell vorzustellen und die Akteure in den SASSCAL-Mitgliedsstaaten für die Relevanz der Projekte innerhalb des Portfolios zu sensibilisieren. Das Thema der Veranstaltung lautete "Auf dem Weg zu wirkungsvollen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen für die Klimaanpassung und den Klimaschutz in der Region des südlichen Afrikas". Die 13 vorgestellten Projekte wurden von Partnern aus dem südlichen Afrika und Deutschland vertreten. Fünf der 13 Projekte wurden als "Grand Challenges"-Projekte ausgewählt, darunter TIPPECC, das besonders hervorgehoben wurde, da das Projektergebnis ein Ensemble von hochauflösenden, regional gekoppelten Atmosphäre-Ozean-Simulationen ist. TIPPECC soll die Grundlage für projektübergreifende Studien zum Klimawandel bilden. Der Start von SASSCAL 2.0 führte zu mehreren interessanten Synergien zwischen den verschiedenen Projekten.

“User’s interaction protocol” (WASCAL-LANDSURF)

Kontakt


Dr. Torsten Weber

Tel: Tel: +49 (0) 40 226 338 436

Fax: Tel: +49 (0) 40 226 338 163

E-Mail Kontakt

Dr. Armelle Remedio

Tel: Tel: +49 (0) 40 226 338 418

Fax: Tel: +49 (0) 40 226 338 163

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